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Friedenweiler - Zwischen Neustadt und Löffingen

Um 1065 soll in der Gegend von Friedenweiler Graf Johann zu Fürstenberg an einer von Hirten errichteten Pieta eine Kapelle gestiftet haben, weil er dort seinen totgeglaubten Sohn wiedergefunden hatte. Eine zweite Legende berichtet davon, dass der Abt von St. Georgen bei einem Ausritt von einem Felsen stürzte und als Dank dafür, dass er unversehrt geblieben war, den Bau eines Klosters gelobte.

Fest steht jedenfalls, dass die Mönchen des Bodenseeklosters Reichenau 1123 ihren Friedenweiler Besitz durch Gütertausch an das Kloster St. Georgen weitergaben. Dieses gründete ein Benediktinerinnenkloster, das die Wälder roden ließ und Hofstellen errichtete, aus denen sich allmählich Ortschaften entwickelten.

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Die Klosterfrauen kamen zu Wohlstand und Ehre. Der Aufstieg nahm im 15. Jahrhundert ein Ende, als durch Kriege, Seuchen und Missernten eine Abwanderung der Bevölkerung in die Städte erfolgte. Die blühenden Dörfer verödeten und als Folge der Reformation fehlte es den Ordensfrauen am Nachwuchs. Der Niedergang des Klosters schien unaufhaltsam.

Friedenweiler

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Eine Wende erfolgte 1570, als der Graf von Fürstenberg Friedenweiler dem Zisterzienserorden von Lichtental übergab. Bald ging es mit Friedenweiler wieder bergauf. Selbst die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, die Franzosenkriege und mehrfache Klosterbrände vermochten die Zisterzienserinnen nicht zu demoralisieren. Das Kloster überstand alle Prüfungen. Als die Anlagen 1725 zum dritten Mal abbrannten, wurde sogar kein geringerer als der berühmte Baumeister Peter Thumb für den sehenswerten barocken Neubau gewonnen. Gegen die Säkularisierung 1802 war allerdings kein Kraut gewachsen.

Von hohem Alter ist auch der Ortsteil Rötenbach, der bereits 819 in einer Schenkungsurkunde der Löffinger Martinskirche verbürgt ist und bis 1806 zur fürstenbergischen Landgrafschaft Baar zählte.

Neuzeitliche Schanze

Pulvermühle Rötenbach

Unterhalb der unteren Mühle in dem zur Gemeinde Friedenweiler gehörenden Ort Rötenbach, heute etwa beim Pfarrer-Karry-Weiher (am Lochweg, Gewann Gesellenloch, unterhalb Kläranlage) befand sich einst eine Pulvermühle. Die Geschichte gibt einen interessanten Einblick in ein Handwerk, das damals überall im Schwarzwald ausgeführt wurde und immer wieder Opfer forderte.

Im Herbst 1765 begannen die Pulvermacher Ignaz Kutruff, der auch durch seine Schreinerarbeiten an Altären (Unadinger Kirche) zu Ehren kam, und Josef Bader mit der Pulverproduktion. Schon im nächsten Frühjahr (1766) flog die neue Pulvermühle in die Luft. Ignaz Kutruff und ein Kind kamen dabei ums Leben. Während des Unglücks weilte Josef Bader in Basel beim Pulverhandel. Nach seiner Rückkehr begann er schon bald wieder mit dem Aufbau, aber sechs Jahre später (1722) flog die Mühle abermals in die Luft. Diesmal war kein Menschenleben zu beklagen, auch wurde niemand verletzt. Schon ein Jahr später war die Pulvermühle wieder hergestellt und lieferte 20 Jahre lang erfolgreich Schwarzpulver, vor allem in die Schweiz.

Im Sommer 1791 geschah jedoch das Unfassbare. Dere Pulvergeselle, Sohn des Pulvermachers, wurde nach einer Explosion 18 Schuh weit (etwa sechs Meter) weggeschleudert und blieb tot am Boden liegen. Der Leichnam lag mit offenem Schädel und heraushängendem Hirn auf der Erde. Möglicherweise stammt daher der Gewann-Name “Gesellenloch”. Der Lochweg führt durch dieses Gewann in die Rötenbachschlucht (Seitenschlucht der Wutach). Die Pulverproduktion ging aber schon bald wieder weiter, bis die Franzosen im Jahr 1796 im Dreißigjährigen Krieg die Mühle endgültig zerstörten.

Die gefährliche Pulverproduktion war ein recht einträgliches Geschäft. Der Bau der Rötenbacher Mühle kostete gerade 307 Gulden. Die jährlichen Einnahmen brachten jedoch 320 Gulden, denen Ausgaben in Höhe von 205 Gulden (drei Gulden für Steuern, 102 für Material, 100 Gulden für Löhne) entgegenstanden. So blieb ein jährlicher Gewinn von 100 Gulden übrig. Dies ergibt eine Kapitalverzinsung von beachtlichen 30 Prozent.

Rötenbach.

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